Versteckte Blüten

Wie viele versteckte Talente gibt es wohl in dieser Welt? Gestern erzählte mir eine Freundin davon, wie unnütz sie sich manchmal fühle, wie sehr sie sich fragt, was eigentlich ihr Sinn auf dieser Welt ist. Für mich ist sie eine ganz wunderbare und besondere Person, die so viel Freude und Energie versprüht, die dir ein Lachen ins Gesicht klebt mit ihrer lustigen und aufgeweckten Art. Sie hat mir die spanische Sprache näher gebracht mit ihren einfachen und anschaulichen Erklärungen und sie erklärt Themen durch ihren Enthusiasmus unglaublich spannend. Allein diese Tatsache, dass sie andere Menschen erreicht, macht sie doch wertvoll! Wer weiß, wie viele Menschen sie schon positiv beeinflusst hat?

Wer bin ich schon? Was kann ich schon? Warum sollte ich etwas besonderes sein?

Wer kennt sie nicht, diese Fragen, die sich hin und wieder aufdrängen, wenn das Gefühl entsteht, nicht weiter zu kommen. Wenn wir gefragt werden: „Was willst du mal werden?“, dann ist damit natürlich die berufliche Laufbahn gemeint. Aber: Sind wir nicht schon ganz viel? Warum müssen wir erst etwas bestimmtes werden, um jemand zu sein? SIND wir nicht die ganze Zeit?

Gestern kam ich in meine Küche uns sah die Orchidee auf meinem Fensterbrett. Trist sah sie aus, so ganz ohne Blüte. Aber hey, was war das? Ein hängender Ast trug wunderschöne, weiße Blüten! Ich klemmte ihn an einer Stütze fest und siehe da: eine strahlende Pflanze. Dabei musste ich an meine Freundin denken und an all die versteckten, hängenden Blüten, die so schön sind und die das gar nicht sehen.

Das Verrückte ist doch, dass wir uns dessen, worin wir wirklich gut sind, was uns ein Leuchten in die Augen zaubert, oftmals nicht bewusst sind. Es ist so normal, dass wir es nicht merken und anderen Menschen wollen wir dann nicht glauben, dass sie ein Talent oder eine besondere Eigenschaft in uns sehen.  Ich persönlich bin ein Fan davon geworden, sich einfach mal selbst zu feiern. Warum? Na, warum nicht? Weil es dich gibt, weil du bist, wie du eben bist, und: weil feiern Spaß macht. Ich will nicht mehr glauben, dass ich nur dann ein gutes „Requisit dieser Gesellschaft“ (Ausdruck meiner Freundin) bin, wenn ich so und so erfolgreich bin oder dieses und jenes mache. Wir dürfen uns entwickeln, wie wir es für gut empfinden. Wir, nicht andere.

Nun, wer bin ich schon, diese Zeilen zu schreiben? Ganz einfach: Ich tue es gerne, ich liebe es, Motivation in diese Welt zu tragen (und mich dabei gleich mit zu motivieren! 😉 ) Wie ein Freund von mir sagte: Wenn du nur eine einzige Person mit dem, was du gerne tust, erreichst, dann war es das schon wert. In diesem Sinne: Zeigt eure Blüten, richtet euch auf! Diese Welt braucht euch und eure Leidenschaft!

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